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0001. Luchs:
« Wiederkehrende Vorstellungen von Eifersucht »

Ich sehe mich selbst als ziemlich sexuell aufgeschlossen, behandle aber nichts desto Trotz die Beziehungen zwischen anderen Menschen als etwas außergewöhnliches, privates. Ich tue das, ohne zu wissen wie nahe sich diese Personen wirklich stehen.

Beispielsweise, sehe ich meinen Freund mit einem Mädchen plaudern, das er attraktiv findet. Er redet mit ihr über für sie wichtige Dinge wie Liebe und Aufrichtigkeit. Sie genießen es, sind vertieft in das Gespräch, beachten niemanden, nichtmal mich. Ich schaue sie an und denke - Diese Leute kommunizieren, genießen es zu reden; fühlen sich großartig, und das ist wunderbar. Es macht mich nicht eifersüchtig.

Sobald er ihr jedoch näher kommt, sie küsst und streichelt, überkommt mich Eifersucht. Ich fühle mich verletzt, verlassen, die ganzen üblichen Eifersuchtsgeschichten. Sofort verspüre ich einen enormen Drang eifersüchtig zu sein, und das auf Grund einiger, weniger Zentimeter Abstand zwischen zwei Menschen. Mir wurde klar,dass ich Sex automatisch als die offensichtlichste Weise betrachtete, Anziehung auszudrücken. Es ist einfach nicht nötig zu erwähnen, daß Leute die dies gerade tun (jetzt Sex haben), etwas derart außergewöhnliches erleben in das sonst niemand einbezogen werden kann.

Wenn Leute reden kann man nicht sonderlich sicher über ihre Neigungen sein. Gleich nachdem ich ihn sehe – meinen Freund – wie er mit einem anderen Mädchen Sex hat, erscheint mir die Verbindung zwischen ihnen deutlich. Ein Sturm dümmlicher Eifersucht, die sich nie für die wahren Vorgänge interessiert, bricht aus.

Natürlich wäre es einfacher wegzugehen und sie überhaupt nicht mehr zu beachten, aber ich mag es nicht eifersüchtig zu sein und ich nicht in Eifersucht ersticken, einen negativen emotionalen Hintergrund daraus machen.

Deshalb began ich auf jeden körperlichen Kontakt zwischen ihnen zu achten. Ich würde ihnen nahe kommen und alles beobachten, bis aufs kleinste Detail. Ich war mir klar darüber, das sexuelle Beziehungen nur ein Weg sind, die Gefühle, die bereits zwischen Menschen bestehen, auszudrücken Aber allein dieser Weg, kann Leute nicht dazu bringen sich näher zu kommen, oder sich zu distanzieren. Während ich meinen Freund beobachtete, wie er Sex mit einem anderen Mädchen hatte, stellte ich mir vor dass das was sie taten dasselbe war wie miteinander reden. Sie nutzen nur keine Wörter, sie nutzten Körper. Sie genießen was sie einander tun, darum fühle ich mich großartig, und teile ihre Freude.

Ich wollte in diesem Moment keine Rückkehr der Vorstellungen, aber das Verhalten gegenüber meinem Freund änderte sich in dieser Hinsicht.

Es hörte auf schmerzhaft zu sein. Den Punkt den ich an der Eifersucht am meisten verachte, ist das Vergiftende, welches sofort nach den negativen Emotionen einsetzt. Ein weiterer stupider Aspekt hinsichtlich Eifersucht ist, dass sie dann beginnt wenn mein Freund Genuß (Freude) verspürt. Ich kann nicht fassen, wie es sein kann das er sich großartig fühlt und ich darüber entsetzt bin. Wieder einmal habe ich erkennen müssen das Eps nicht neben der Eifersucht existieren können.

Außerdem habe ich herausgefunden, das gleich nach dem die Eifersucht einsetzt, ich nur noch an negative Dinge denken kann: Wie falsch alles ist, wie ungerecht die Welt zu mir ist... Und nicht einen Gedanken daran was mein Freund fühlt, den ich liebe. Ich zwang mich darüber nachzudenken - hier ist er, mit ihr Sex habend! Ich versuchte mir vorzustellen was er fühlt, wie überflügelt er wohl sein mag, währernd er mit so einem heißen Mädchen Sex hat.

Großartig das er sie will, das er ausdrücken kann was er fühlt. Freude überkommt mich – ob für ihn oder einfach so oder, für nichts, kann ich nicht sagen, aber ich genieße es sie zu beobachten. Die Eifersucht verschwindet und ich weiß nicht mal mehr was für ein Gefühl dies ist.

Ich wollte diesen emotionalen Zustand nicht verlieren, beschloss jedoch die Eifersucht und all die Gedanken die mich in den Wahnsinn treiben wiederaufzurufen. : "Es ist MEIN Freund, nicht bei mir, er hätte mich jetzt küssen können, mich streicheln und anfassen können wie sie, aber aus irgend einem Grund tat er dies nicht. Sie muss viel hübscher sein als ich, das ist klar; er brauch mich nicht wenn er solch attraktive Mädchen hat. Ich versuchte über diesen Weg Eifersucht zu erzeugen. Aber anfangs funktionierte nichts.

Diese Worte scheinen dumm, nicht angebracht. Ich kann Eifersucht nicht fühlen, aber ich mache weiter. Langsam vollzieht sich ein Wandel:

Stück für Stück sinke ich in Gehässigkeit, Selbstmitleid, in Resignation. Es brauchte anfangs zehn Minuten um zu fühlen oder überhaupt zu übertragen - ich fühlte mich als würde ich ein riesiges Schiff steuern, wobei ich für den geringfügigsten Richtungswechsel nur jede erdenkliche Mühe aufbringen musste.

Dann kehrte ich zurück um mich aus der Schlinge der Eifersucht zu befreien. Stellte mir nochmals vor wie großartig er sich fühlt, wie wunderbar es ist das ER er dies fühlt und so weiter, - und wiedereinmal brauchte ich zehn Minuten um keine Eifersucht mehr zu empfinden – Ich musste Anfangs mit vier Übertragungen klar gekommen - es lag über meinen Fähigkeiten mehr aufzubringen.

Ich übte weiter. Die Zeit die die Transfers benötigten wurde weniger - jedoch sehr langsam. Ich bemerkte eine Eigenheit – das wenn ich irgend eine andere NE fühle, die Eifersucht viel stärker wird, und härter damit zu kämpfen ist. Wenn ich in jedoch genau diesem Moment überhaupt keine NE´s fühle, hört die Eifersucht auf - es bleibt vielleicht ein Schimmer von ihr – als eine hinterlassene Spur, die besagt das es sie einmal gab.

Aber die Situation im Großen und Ganzen ist sehr angenehm; Ich kann nicht nur keine Eifersucht sondern auch noch eine Art Freude empfinden.