<< Selektion attraktiver Zustände >>

Vorwort

Mein Name ist Bodhi.
Das vorliegende Buch dient als praktischer Leitfaden. Es beschreibt Methoden, die es jedem Menschen, der sich aufrichtig und beharrlich mit ihnen beschäftigt, ermöglichen, sich in äußerst kurzer Zeit und auf direktem Weg von Leiden (negativen Emotionen, Trugkonzeptionen, mechanischen Wünschen, unangenehmen Gefühlen) zu befreien und ein vollständig neues Leben zu beginnen, das erfüllt ist von Entdeckungen und erleuchteten Wahrnehmungen.
Das Buch ist an das gegenwärtige Leben angepasst und geht detailliert auf Probleme ein. Dadurch möchte ich vermeiden, dass der Leser bloß einen vorübergehenden emotionalen Ausbruch erlebt und anschließend wieder zu seinem früheren faden Leben zurückkehrt, sondern ich möchte dem Leser möglichst präzise den direkten Weg zu erleuchteten Wahrnehmungen weisen.
Ich habe dieses Buch im Jahr 2000 mit der Hoffnung begonnen, dass ich damit Menschen erreiche, dass es irgendwann in einem Menschen auf Resonanz stößt und er „erkennt“ Etwas, wonach er immer strebte. Wann und wie dies geschehen sollte, wusste ich nicht. Bis 2005 hatten schon einige tausend Menschen dieses Buch ganz oder teilweise gelesen, von denen ungefähr 200 versuchten, die von mir dargelegten Methoden praktisch anzuwenden. Und einige waren so davon begeistert, wie sich ihr Leben geändert hatte, dass sie sich jetzt eine Rückkehr zum Kultivieren ihres Leidens nicht mehr vorstellen können. Ich bin mir dessen bewusst, dass mein Buch erst in ein- oder zweitausend Jahren große Massen an Lesern erreichen kann. Bis dahin wird es nur vereinzelt Menschen geben, die sich der Aufgabe unterziehen, freie Wesen zu werden, und gerade für sie ist dieses Buch geschrieben, für diejenigen, die zu Wanderer in der Welt der erleuchteten Wahrnehmungen werden möchten. Jetzt oder in 20 oder sogar 2000 Jahren.
Viele gegenwärtige Menschen missbilligen selbst das Existieren meines Buches, und ihre Äußerungen reichen von gemäßigter Skepsis bis hin zu Hass. Es handelt sich dabei um Menschen, die ihre negativen Emotionen nicht bekämpfen möchten (weise ich doch einen direkten Weg zu ihrer Beseitigung), um Menschen, die in unzähligen Dogmen verfangen sind (und ich zeige einen direkten Weg zur Zerstreuung aller Dogmen, all dessen, was nicht auf eigenen Erfahrungen basiert und gebe eine direkte Methode zur Entwicklung freien klaren Denkens), um Anhänger einer Religion (und ich beschreibe eine Praktik, die jeden Menschen unabhängig von religiösen Einrichtungen, Göttern und anderen Medien zur Erleuchtung führt) und um Esoteriker (geben doch alle esoterischen Lehren vor, dass der Weg zur Erleuchtung unglaublich lang und schwer ist; ich aber zeige eine einfache und verständliche Praktik, die selbst Menschen, die sich in tiefster Verdüsterung befinden, nach nur einigen Jahren (!) beständiger Arbeit zur Befreiung von ihren Leiden bringt, sodass sie den weiteren Weg bereits als freie Wesen gehen können). Esoteriker stört besonders die Tatsache, dass ich selbst ein „Emporkömmling“ bin. Ich besitze keine Diplome, habe keine Geheimschule besucht, habe keinen Meister, berufe mich nicht auf irgendwelche Autoritäten, gebe keine Verweise auf heilige Schriften – und biete doch einen direkten Weg zum Klaren Bewusstsein an, den ich selbst durch harte Arbeit, aufrichtiges Trachten nach Klarheit und Freiheit von Leiden gefunden habe. Ich kann keine Zertifikate vorweisen, die meine Befähigung zur Lehre des direkten Weges bestätigen. Basis meines Handelns sind lediglich der in mir vorhandene freudige Wunsch und Erfahrungen – meine eigene und die anderer Praktizierender.
Es gibt unzählige „schlaue“ Bücher, aber bei ihrer Lektüre drängen sich mindestens drei Fragen auf:
1) Was soll ich konkret tun? Wie soll ich dabei vorgehen? Wie soll ich die kleinen, aber häufig unüberwindbaren Hindernisse überwinden?
2) Enthält ein Buch Ratschläge, was und wie getan werden soll, stellt sich dennoch die zweite Frage: Warum? Warum soll ich gerade das tun? Wie kann ich sicher sein, dass diese oder jene Praktik, der ich mich mit viel Zeit widme, zu dem gewünschten Ergebnis führt?
3) Und wie soll es dann weitergehen? Bedeutet das weitere Praktizieren, ewig an der Unterweisungsquelle gebunden zu sein?
Mein Buch gibt eine Antwort auf die erste Frage. Die zweite Frage stellt sich nicht, da du erstens bei der Ausführung der Anstrengungen nicht von Befehl oder vom Glauben geleitet wirst, sondern rein durch deinen eigenen freudigen Wunsch, der von der Vorfreude begleitet wird. Auf diese Weise schon die Handlungen selbst machen dir Freude, unabhängig vom weiteten Resultat. Zweitens sind die Resultate deiner Handlungen direkt erkennbar, du genießt sie direkt „hier und jetzt“, vorausgesetzt du hast die negativen Emotionen ebenfalls direkt beseitigt, sodass du sofort erleuchtende Wahrnehmungen erfährst.
Und was die dritte Frage betrifft: Bei der Beschäftigung mit meiner Praktik wirst du selbst zu deinem Wegweiser, erlangst vollkommene Klarheit bezüglich der Arbeitsweise, erfährst freudige Wünsche und andere erleuchtete Wahrnehmungen, die dich unmittelbar in angestrebte Zustände versetzen. Mein Weg besteht in der direkten Beseitigung der Leiden und im Kultivieren des Strebens nach erleuchteten Wahrnehmungen. ES IST MÖGLICH, KEINE NEGATIVE EMOTIONEN ZU EMPFINDEN – sie nicht unterdrücken, nicht rechtfertigen, nicht hinnehmen, sondern wirklich abstellen.
Um zur Erkenntnis zu gelangen, brauchst du nicht mehr von Unterweisungen eines weisen Lehrer im Himalaja träumen. Direkt hier und jetzt kannst du dich auf die unendliche, frohe und spannende Bewusstseinswanderung begeben.
Man kann tief verdüstert sein – hassrefüllt, eifersüchtig, neidisch, unduldsam, rachengierig oder habsüchtig – also beliebig! Aber auch in diesem Fall gibt es einen Ausweg, sofern der Wunsch vorhanden ist, erwünschte Zustände zu erreichen und der Wunsch, praktische Schritte zu ergreifen. Wenn schon du dich in diesem Zustand befindest, dann setze dich damit konstruktiv auseinander. Dabei spielt keine Rolle, warum es zu diesem Zustand gekommen ist. Es ist alleine zu verstehen, was getan werden kann, und sich an die Arbeit zu machen.
Ein westlicher Mensch ist bereits ein Asket: für ein Auto, ein Haus und den Wunsch „wie alle ordentlichen Menschen“ zu sein, ist er bereit, sein ganzes Leben zu verpfänden, er unterdrückt in sich alles Lebendige, um diese künstlichen, ihm von außen aufgedrängten Ziele zu erreichen. Jahrzehntelang werden Ehen aus Anstandsgründen aufrecht erhalten und für ein angemessenes Auto und eine eigene Wohnung schuftet man jahrzehntelang, ohne sich eine Pause zu gönnen. Der moderne westliche Mensch ist ein Meister im Überwinden. Er ist ein Asket, aber diese Art von Askese ist entstellt, denn er überwindet nicht die Hindernisse, die ihn von der Erfahrung angenehmer Zustände abhalten, sondern er überwindet im Gegenteil seine freudigen Wünsche. Der moderne Mensch ist ein Asket. Aber das Ziel seiner Askese ist absurd, es drängt sich von außen auf und verursacht ständiges Leid.
Manchmal erlebt man ein besonderes Gefühl des „Erkennens“, Momente, in denen man Etwas berührt, was man schon immer sich selbst sagen wollte, woran man glauben wollte, wo man die spannende Wahr, die grundlegende Wahrheit fühlte. Die Anstrengungen fallen dem Menschen in solchen Momenten leichter, er findet Kraft und Zuversicht. Der von der Außenwelt ausgeübte Druck ist zuweilen jedoch zu groß, und es kann vorkommen, dass man nicht mehr länger daran glaubt, dass sich das Leben ändern lässt, dass man anders empfinden kann, dass das Leben an sich anders sein kann, wirklicher. Ich möchte mit meinem Buch bewirken, dass jemand, der es ließt, zu der Erkenntnis kommt, dass es die Möglichkeit dieses anderen Lebens gibt, dass es umgesetzt werden kann, dass es einen Menschen gibt, der so lebt – ein gewöhnlicher Mensch mit zwei Händen, zwei Beinen und einem Kopf -, dass auch andere so leben, die seiner Praktik folgen, dass auch jeder, der dies wirklich will, so leben kann. Dieses Buch ist Äußerung meines freudigen Wunsches, anderen ein wirkliches, lebendes Beispiel für die beschriebene Lebensweise vor Augen zu führen. Ich schäme mich nicht Aufmerksamkeit auf mich zu lenken und zu sagen – schau mal, ich lebe anders! Und du kannst es auch. Dir stehen alle Türen offen – pfeife auf alles, was man dir eingeredet hat. Und zwar, dass du schwach, dumm, im Unrecht oder sündig bist, dass du dein Leben auf eine bestimmte Weise gestalten „muss“. Mache dich dessen bewusst, dass auch du zum Praktizieren und zum Wandern in die Welt der erleuchteten Wahrnehmungen fähig bist.
Mein Buch ist all jenen gewidmet, die mit mir in folgendem übereinstimmen: Welchen Weg man auch immer für sich gewählt hat, die Befreiung von Leiden (negative Emotionen, mechanische Konzeptionen, mechanische Wünsche) trägt in jedem Fall dazu bei, auf diesem Weg weiterzukommen.
Es gibt bereits Menschen, die behaupten, mein Leben, meine persönliche Praxis, meine Kommunikation mit anderen Praktizierenden „von innen und von außen“ zu kennen, die mich und meine Praktik heftig beschimpfen und die vernünftige Kritik mit offensichtlichen Lügen vermischen. Und es werden noch „Kenner“ und Kommentatoren des Direkten Weges kommen, die mit Fachwörtern jonglieren werden, meine Lehre „präzisieren“ werden, sie „verbessern“ und „erklären“ werden, sie herablassend kritisieren werden oder anderen Praktizierenden ihre Hilfe anbieten werden, indem sie sagen, dass sie, meine Schüler, meine Partner oder einfach die Praktizierenden, die das Geschriebene so gut verstehen, dass sie keine Bestätigung ihrer Auffassungen durch mich benötigen. Es hat sogar Menschen gegeben, die sich auf private Beziehungen zu mir berufen haben und sich als meine ehemaligen Schüler und sogar Co-Autoren ausgegeben haben. Es ist ein sinnloses Unterfangen, solche Lügen widerlegen zu versuchen. Erstens, wird es immer viel mehr Lügen geben, als mann widerlegen kann, und zweitens, möchte ich darauf keine Zeit verschwenden. Diejenigen, in denen die Inhalt meines Buches Interesse erweckt, werden selbst entscheiden können, was stimmt.
Ich trage viel dazu bei, dass die Anzahl der Technologieträger meiner Praktik und der Träger der erleuchteten Wahrnehmungen (EW) steigt, damit sie Anfängern als Experten, als Vorbilder und Berater dienen können. Und solche Menschen gibt es schon. Sie nennen sich - „Mordas“ (* „ìîðäà“ [morda] russ. – Schnauze, Maul), weil dieses Wort die Sympathie kennzeichnet, die sie  für Tiere haben. Ich unterscheide die „Mordas“ von Nicht-„Mordas“ nach strengen Kriterien. Daneben wird der Terminus „Khvost“ (* „õâîñò“ [khvost] russ.- Schwanz) für einen Menschen gebraucht, der sich mit der Lehre beschäftigt, aber noch nicht die ausreichende Aufrichtigkeit, Entschlossenheit, Beharrlichkeit, Klarheit und Streben nach EW erreicht hat, die eine „Morda“ auszeichnen, bei dem jedoch davon auszugehen ist, dass er diese Stufe erreichen kann.
Wenn du dir nicht sicher bist, ob der Mensch, der dich in Fragen des direkten Weges berät, zu den „Mordas“ oder den „Khvosten“ zählt, oder ob er dir in seinem Verdüstern mindestens gleich ist, dann kannst du dich per E-Mail an mich wenden.
Dieses Buch erscheint auf meiner Website www.bodhi.ru und wird in Echtzeit ergänzt. Dort findest du auch Aufsätze anderer Praktizierender, das Buch „Maja“ und andere Materialien. Wenn du dich bereits mit der Lehre beschäftigst und dich mit anderen Praktizierenden austauschen möchtest, kannst du auch am Forum auf dieser Website teilnehmen.
Zu Beginn der Schreibarbeiten zu diesem Buch entschied ich mich, alltägliche Begriffe zu verwenden, unabhängig von ihrer Bedeutungsklarheit. Auf diese Weise, hatte ich angenommen, könne ich jedem Leser wenigstens etwas übermitteln, eine minimale Klarheit erzielen, damit der Leser die Ideen nicht von Anfang an ablehnt, die sich so sehr von allem unterscheiden, womit er bis dahin zu tun hatte. Später, so mein Gedanke, wird das Praktizieren ihn so verändern, dass er selbst sein Wortschatz reinigt. Dann habe ich meinen Ansatz geändert, da mir erstens eine solch unklare Auslegung selbst nicht zusagt, und ich zweitens festgestellt habe, dass die Zahl der aktiv Praktizierenden immerhin wächst, und für diese möchte ich die Aussagen in diesem Buch äußerst klar gestalten.
Aus diesem Grund habe ich jetzt das Buch vollständig überarbeitet und bin mir im Klaren, dass sich die Quantität der Leser verringert, weil die Lektüre jetzt weniger unterhaltsam ist. Dafür wird aber die Qualität derer, die definitiv bleiben, steigern. Und das kommt mir entgegen, da ich auf diese Weise meine Aufmerksamkeit nicht auch auf die Menschen verteilen muss, die kein wirkliches Interesse an der Beseitigung ihrer Leiden haben.
Ich habe mich entschieden, mehrere Bücher zu schreiben, die unterschiedliche Ziele verfolgen: Das Buch „Weg zum klaren Bewusstsein“ ist eine reine Anleitung, ein Handbuch. Im Buch „Maja“ schreiben Skvo und ich in belletristischer Form über das Leben von Praktizierenden, was zwar sehr anschaulich ist, aber kaum instruktiv. „Ein Zug mit dem Tiger“ erfüllt die gleiche Funktion, wie das Buch „Maja“, ist aber auf Teenager zugeschnitten. Die Erzählungen über sexuelle soziale Experimente richtet sich an diejenige, die sich sehr für die sexuelle Entwicklung interessieren und ihre sexuellen Wünsche als Treibkraft für die persönliche Veränderung nutzen möchten. In diesem Sammelband außer rein unterhaltsamer Sachen findet dieser Leserkreis auch praktische Ratschläge zur Entwicklung der Sexualität, zur Überwindung der Verdüsterungen, die mit der Sexualität verbunden sind oder auf dem Boden der Sexualität deutlich zum Vorschein kommen. Die „Sammlung der Aufsätze Praktizierender“ soll der detaillierten Beleuchtung eng gefasster Fragen dienen, denen die „Mordas“ bei ihrer Arbeit begegnen. Darüber hinaus gibt es weitere Publikationen. Ich habe es vor, mehrere Bücher herauszubringen (auch viele „Mordas“ schreiben gern). Jedes Werk wird den Kern der Lehre in sich tragen, der unterschiedlich verpackt wird. Ich möchte praktisch eine neue Kultur schaffen, eine Kultur, die aus der Freiheit von negativen Emotionen und Konzeptionen erwächst und die ihre Wurzeln in EW und freudigen Wünschen hat.
Beim Überarbeiten meines Buches habe ich mich gefragt, warum ich mich nur an männliche Leser wende, z. B. schreibe „stell dir vor, du bist ein Felskletterer“. Warum nicht „Felskletterin“? Das ist so üblich. Aber die Erfahrung zeigt, dass Mädels sich viel aktiver und aufrichtiger mit der Lehre des direkten Weges auseinander setzen. Wie das zu erklären ist, weiß ich nicht. Vielleicht damit, dass die soziale Rolle, die Männern aufgezwungen wird, und die damit verbundenen Konzeptionen und negativen Emotionen deutlich mehr mörderisch sind, als bei Frauen? Viele Männer verfügen über ein ungeheures Eigendünkel, nahezu eine Art Größenwahn, das immer mit Aggression verbunden ist. Daraus resultiert ein gewisser Stumpfsinn. („Dummheit“ definiere ich als Mangel an Fertigkeiten in intellektueller Arbeit. „Stumpfsinn“ ist die Unfähigkeit, aufgrund negativer Emotionen folgerichtig und klar zu urteilen, weshalb auch Menschen mit stark entwickeltem Intellekt in der Regel äußerst stumpfsinnig sind). Frauen hingegen verspüren häufig Gefühl eigener Minderwertigkeit, Selbstmitleid oder Unsicherheit, und diese Last scheint im allgemeinen weniger tödlich zu sein. Ich habe mich daher entschlossen, mich insbesondere an die Leserinnen zu wenden, sofern ich keine Gründe sehe, mich der Sitte zu fügen. Ich bin mir dessen bewusst, dass viele Männer diese Entscheidung gegenüber  ihre Missachtung äußern werden, weil, wie komisch es auch scheinen mag, sie nahezu alle sich als „fortgeschritten“ und „klug“ halten, während die Frauen für sie von zweiter Wahl sind.